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Was ist Zucker überhaupt?

Zucker ist ein Sammelbegriff für verschiedene, süß schmeckende kristalline Lebensmittel. Er kann aus den unterschiedlichsten Pflanzen gewonnen werden. Hauptsächlich werden dafür Zuckerrohr, Zuckerrüben, Mais und Ahorn verwendet.

Das Wort „Zucker“ stammt vom Sanskrit-Begriff „sarkara“ und dessen arabischer Entlehnung „sukkar“ ab.
Früher wurde Zucker als das „weiße Gold“ bezeichnet und war ein wichtiges Tausch- und Handelsprodukt. Wie andere edle Gewürze und Produkte konnte Zucker teilweise sogar nur in Apotheken gekauft werden und war somit lange der reichen Oberschicht vorbehalten.
Mit der Zeit hat sich das Produkt Zucker von einem Edelrohstoff zu einem massentauglichen, industriellen Produkt entwickelt. Maßgeblich dafür war der Anbau von Zuckerrüben und Mais im großen Stil.

Was für Zuckerarten gibt es?
Es gibt unterschiedliche Zuckerarten, die sich sowohl im Molekülaufbau als auch in der
Molekülgröße unterscheiden. Jedes Zuckermolekül besteht aus einigen Kohlenstoff-, Wasserstoff und Sauerstoffatomen. Zucker zählt grundsätzlich zu den Kohlenhydraten.


Merke:
Die chemischen Bezeichnungen der verschiedenen Zuckermolekule enden meist mit -ose.

Warum benötigt der Mensch überhaupt Zucker?
Glukose (Traubenzucker) ist für den Menschen überlebenswichtig. Als Einfachzucker ist er die Basis aller Zwei- und Mehrfachzucker. Durch enzymatische Spaltungen werden große Zuckermoleküle in diese Einzelzucker zerlegt.
Alle Kohlenhydrate und Zucker können nur als Einzelzucker (Glukose, Fruktose, Galaktose) aufgenommen und verstoffwechselt werden. Die Glukose wird im Darm resorbiert und gelangt über das Blut an alle Orte, welche die Glukose direkt als Energiesubstrat benötigen. Das sind hauptsächlich das Gehirn und die Muskulatur.

Überschüssige Glukose wird einerseits in der Leber in Form von Glykogen (die Speicherform des Zuckers) gelagert und kann dort jederzeit wieder ins Blut abgegeben werden, falls der Blutzuckerspiegel sinkt. Andererseits wird ein Zuviel an Glukose in den Fettzellen deponiert und dort zu Fett umgewandelt. Dieser als Fett gespeicherte Zucker kann bei Hungerphasen theoretisch auch wieder mobilisiert werden, um den Körper mit Energie zu versorgen. Allerdings gibt der Körper seine Speicher nur sehr ungern wieder auf und reagiert zunächst mit der Drosselung des Grundumsatzes. Jeder, der schon einmal eine Diät gemacht hat, weiß sicherlich, wie schwer es ist,
dauerhaft Gewicht zu verlieren.

Was ist der Blutzuckerspiegel und wie funktioniert er?
Das Blut transportiert den Zucker von den Verdauungsorganen und der Leber zu den anderen Körperzellen. Im Blut ist immer eine Menge an Zucker (= Blutzucker) erforderlich, um das innere Gleichgewicht aufrecht zu erhalten. Jene Zuckermenge, die sich im Blut befindet, wird auch „Blutzuckerspiegel“ genannt. Unser Organismus liebt Balance und ist daher immer bestrebt, den Blutzuckerspiegel konstant zu halten. Der Blutzuckerspiegel bei einer gesunden Person beträgt im Normalfall zwischen 80 bis 100 mg/dl. Sowohl ein zu hoher als auch ein zu niedriger Blutzuckerspiegel kann enorme Konsequenzen für den Körper haben, v.a. wenn dieser Zustand lange anhält. Es kann zum Beispiel zu Schwindel, Übelkeit bis hin zum Koma kommen. Nach dem Essen, wenn viel Zucker zur Verfügung steht, steigt der Blutzuckerspiegel
natürlicherweise an.
Das Hormon Insulin aus der Bauchspeicheldrüse sorgt für die Senkung des Blutzuckerspiegels.
Es macht die Körperzellen für Glukose durchlässig und dadurch wird der Zucker von den Körperzellen aufgenommen. Dieser aufgenommene Zucker ist dann nicht mehr im Blut. Der Blutzuckerspiegel wird gesenkt.

Der „Gegenspieler“ vom Insulin ist das Glukagon, welches auch von der Bauchspeicheldrüse produziert wird. Glukagon wird bei einem zu niedrigen Blutzuckerspiegel aktiviert. Glukagon sorgt dafür, dass das in der Leber gespeicherte Glykogen wieder in Glukose verwandelt und ins Blut ausgeschüttet wird.
Insulin und Glukagon sind also beide dafür zuständig, den Blutzuckerspiegel im Gleichgewicht zu halten.

Merke:
Insulin → senkt den Blutzuckerspiegel, sorgt für die Energieversorgung von Gehirn & Muskeln und speichert überschüssige Energie in Leber & Fettzellen
Glukagon → hebt den Blutzuckerspiegel, sorgt für Zuckerausschüttung aus der Leber

Wie wirken sich sehr süße oder stark verarbeitete Kohlenhydrate auf den Blutzuckerspiegel aus?
Nehmen wir kohlenhydratreiche Nahrungsmittel zu uns, die zudem aus stark verarbeiteten Grundprodukten stammen (z.B. Kuchen, Fertigprodukte, süße Backwaren), so wird das Blut relativ schnell von einer großen Menge Zucker „überflutet“. Der Bauchspeicheldrüse wird signalisiert, dass eine große Menge an Insulin benötigt wird, um den Blutzuckerspiegel schnell und effektiv wieder zu senken. Es kann zu einer überschießenden Ausschüttung von Insulin kommen. Der Körper möchte in jedem Fall seinen Blutzuckerspiegel wieder ins Gleichgewicht bekommen!
Die viele Glukose wird schnellstmöglich aus dem Blut beseitigt (u.a. in den Fettzellen!). Da diese Reaktion relativ schnell geht (der Körper möchte möglichst fix wieder zurück in seine Balance), kann es sein, dass der Blutzuckerspiegel zu stark gesenkt wird.

 

Was passiert?
Der Gegenspieler Glukagon wird angeregt und es kommt zur Gegenregulation:

  • Zucker wird aus dem Vorratsspeicher Leber wieder ins Blut abgegeben.
  • Dem Körper wird „Hunger“ signalisiert, man verspürt wieder Appetit und der Körper verlangt nach Essen.

Dieser Mechanismus erklärt, warum wir nach einem sehr süßen & stark verarbeiteten Frühstück (z.B. Croissant mit Marmelade, Weißmehlzopf mit Honig) relativ schnell wieder Hunger haben! Unsere Hormone werden innerlich einfach sehr stark angeregt und der Körper reagiert dementsprechend.

QUELLE: Dr. med. Janna Scharfenberg - Website:  INGOODHEALTH

 


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