Ein kleiner Einblick in mein Yoga Retreat

Yoga Retreat in Goa


 

Anfang November reiste ich für Yoga Retreat nach Indien.

Gerne möchte ich dir in diesem Artikel einen kleinen Einblick über diese Zeit schenken. Vielleicht möchtest du ja auch einmal ins Land des Yoga reisen oder bist dir noch unsicher ob das Land etwas für dich ist. Indien kann definitiv ein Land sein, das man nicht zuoberst auf der „must-see“ Liste hat. Die negativen Schlagzeilen die in den letzten Jahren für Aufwind sorgten, tragen nicht gerade zur Top Destination bei. Es gibt viele Vorurteile und man sollte sich auf jeden Fall vorab gut informieren und sich dem Land und seinen Sitten anpassen.


Mir ging es da genau gleich, hätte mir vor ein paar Jahren jemand gesagt, geh doch nach Indien, hätte ich vermutlich dankend abgelehnt. Bereits vor einem Jahr, als ich mich für meine Yoga Lehrer Ausbildung entschieden hatte, stand ich vor der Entscheidung: Indien oder Bali. Damals war ich aber mental noch nicht bereit für Indien, weshalb ich mich dann für Bali entschieden habe. Im Nachhinein betrachtet, bin ich überaus glücklich über diese Entscheidung. Denn so absolvierte ich Anfang dieses Jahres meine Ausbildung bei Zuna Yoga in Bali, welche jetzt ein 10-tägiges Retreat in Goa organisiert haben, wo ehemalige Studenten teilnehmen konnten. Das war natürlich perfekt, so konnte ich Indien in diesem Rahmen entdecken und gleichzeitig meine Yoga Praxis vertiefen.


Ich war voller Vorfreude und gespannt, was mich in Indien erwarten wird. Ich habe vieles im Voraus gehört, aber ich wollte mir mein eigenes Bild machen und war bereit, mich voll und ganz auf das Land voll einzulassen. Und Goa ist noch eher die „Soft-Version“ von Indien.


Ich habe mir vor der Reise ein paar persönliche Ziele gesetzt, was ich Alles gerne erleben wollte. Dazu zählte zum Beispiel ein Besuch bei einem Ayurveda Doktor, eine Ayurveda Massage, ein Ayurveda Treatment, Food Workshop, einen Marktbesuch etc. Gleichzeitig wollte ich die 10 Tage nutzen, meine persönlichen Themen aufzugreifen und mich weiter zu entwickeln. Das heisst, viel Yoga, Meditation und Zeit für mich zu haben.


Die Möglichkeiten die uns vor Ort geboten wurden, waren unglaublich und meine Erwartungen wurden mehr als übertroffen. (Das Buch „Empower Yourself“ welches ich eingepackt hatte, hat seinen Weg aus dem Rucksack nie gefunden :-) )

Gleich nach dem Opening Circle hat die ganze Gruppe den Abend bei einem sensationellen vegetarischen, indischem Abendessen genossen. Total waren wir 11 Frauen plus unsere beiden Yoga Lehrer Everett und Katherine (Inhaber von Zuna Yoga). Da hat uns dann auch gleich die Resort Leiterin Lucy die verschiedenen Ausflugsmöglichkeiten und Workshops vorgestellt, wo wir uns einschreiben konnten. Schnell wurde mir aber klar, dass ich Abstriche machen musste, wir hatten ja nur 10 Tage Zeit. Also habe ich für mich die perfekte Kombination zusammengestellt und hatte so jeden Tag ein Highlight.

 

Unsere Gruppe war zusammengewürfelt mit Mädels aus der ganzen Welt und jede Einzelne von Ihnen hat dazu beigetragen, dass das Retreat so unvergesslich geworden ist. Es sind so schöne Freundschaften entstanden für die ich unendlich dankbar bin. Die Konstellation der Gruppe bezeichne ich als keinen Zufall, sondern Schicksal, denn wir alle standen ungefähr an einem ähnlichen Lebenspunkt, hatten gleiche Interessen und teilten die Passion Yoga miteinander. Das schweisst zusammen und ich bin mir sicher, einige bald wieder zu sehen.


Das Grund Programm für die Tage war fix:

  • Morgen früh von 6– 9 Uhr Yoga und Meditation
  • danach wurden wir mit einem reichhaltigen Brunch verwöhnt (es gab wirklich alles was man sich nur vorstellen konnte, Overnight Oats, Masala Omelette, Früchte, Dahl, Ingwer-Zitronentee, Oat Brötli, diverse Sorten von pflanzlicher Milch und Joghurts, hausgemachte Konfi und und und… wirklich ein Traum).
  • Bis 16.30 hatten wir dann jeweils unsere freie Zeit, wo wir all unseren Bedürfnissen nachgehen konnten.
  • Dann kamen wir wieder zusammen für gemeinsame Meditation, Yoga Nidra oder Yoga Philosophie. Meistens sind wir dann später noch zum Strand um die traumhaften Sonnenuntergänge zu geniessen.
  • Um 19.00 hatten wir dann unser gemeinsames Abendessen.

Das Resort Sunya Kaju Varo in dem wir wohnten, befindet sich etwas versteckt zwischen all den tropischen Pflanzen und Palmen. Eine kleine, überschaubare Oase mit etwa 10 Bungalows. Ich bekam mein Zimmer im Tree House. Ehrlich gesagt war es für mich anfangs etwas gewöhnungsbedürftig, denn es war fast alles offen. Nach der ersten schlaflosen Nacht habe ich mich dann mit den neuen Haustieren angefreundet. Denn was blieb mir schon anderes übrig :-)  Der Frosch in der Toilette machte die ganze Woche praktisch keinen Wank und die Maus und die Geckos betrachtete ich dann als meine neuen Haustiere.


Nach dem Frühstück sind wir dann gemeinsam auf einen Ausflug, gingen zum Markt, hatten eine Massage, einen Workshop oder haben einen langen Spaziergang am Strand gemacht. Der Strand in Indien ist wirklich wie man sich in vorstellt. (Zumindest habe ich ihn mir so vorgestellt) Es ist kein Traumstand mit weissem Sand und hellblauen Meer, aber dafür auf eine andere Art und Weise einzigartig...breite Sandstrände, warmes Wasser, da und dort sonnen sich Kühe, Strandhäuser und Tücher in kräftigen, bunten Farben und lebensfrohe, herzliche indische Frauen die Ihre Ware verkaufen.


Ein grosses Highlight, war für mich auf jeden Fall der Besuch des Ayurveda Doktor, Dr. Rohit. Ich war sprachlos, als er mir bereits nach 2 Min. mein Gesundheitszustand aufzeigte. Nur mit meinem Namen und meinem Puls, konnte er mir mein Dosha Typ nennen und mir haargenau sagen was bei mir aktuell Thema ist. Im Ayurveda gibt es 3 Typen (Doshas), die man Vata, Pitta und Kapha nennt. Je nachdem was für ein Konstitutionstyp man ist, kann man seine Ernährung und Lebensweise darauf ausrichten. Ich bin Kapha Typ, das heisst es treffen das Erd- und Wasserelement aufeinander. Der Doc hat mir dann verschiedenste Optimierungen für meine Ernährung und meinen Lebensstil mitgegeben, was unglaublich spannend ist. Da ich mich vor Indien schon intensiv mit der Ayurveda Ernährung auseinander gesetzt hatte, war das eine positive Bestätigung, das ich auf dem richtigen Weg bin. Aber ich konnte auch extrem viele neue Erkenntnisse für mich gewinnen.


Ein weiterer spannender Workshop war der Atem Workshop. Die Atmung ist das wichtigste in unserem Leben, denn ohne Atmung würden wir nicht existieren. Was einem so selbstverständlich vorkommt, wird im Alltag oft stark vernachlässigt. Man nimmt die Atmung kaum war. Ich musste mit Schrecken feststellen, dass ich zum Teil gar nicht wirklich korrekt tief atme.
Beobachte dich mal selber einen Moment. Wie ist dein Atem? Lässt du deinen Atem bis ins Becken fliessen? Wölbt sich dein Unterbauch bei jeder Einatmung? Oder atmest du stockend oder nur in den Brustraum? Ich fand den Workshop unglaublich spannend und faszinierend und habe nach dem Gruppen Workshop gleich eine 1:1 Sitzung gebucht, wo auch Klangschalen eingesetzt wurden. Was mit Klängen und dem richtigen Atem alles bewirkt werden kann, hat bei mir auf jeden Fall das Interesse nach mehr geweckt. Mein Körper fühlte sich nach Atemtherapie lebendiger denn je an. Diese Erkenntnisse versuche ich jetzt in meinem Alltag zu integrieren und mich ständig daran zu erinnern tief zu atmen.


Auch der Besuch der Märkte war eine unvergessliche Erfahrung und sehr eindrücklich. Überall die Farben, der Geruch der intensiven Gewürze, die heiligen Kühe auf den Strassen und die warmherzigen offenen Menschen haben mich tief beindruckt. Ich hätte vermutlich den ganzen Tag auf dem Markt herumschlendern, mich inspirieren und treiben lassen können von den Vibes.


Ich bin unheimlich froh und happy, Indien entdeckt zu haben und mich dafür zu öffnen. Das nächste Mal steht für mich aber auf jeden Fall eine Rundreise im Süden von Indien auf dem Programm.


Namaste Claudia


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